Ein kleiner Stamm spanischer Bohnen, bekannt als Judías de El Barco de Ávila, erhebt Anspruch auf einen königlichen Status. In Kastilien-León werden sie oft als die "Königinnen der Bohnen" bezeichnet, was eine ziemliche Leistung ist, wenn man bedenkt, dass sie zu einer riesigen Bohnenfamilie (Leguminoseae) mit fast 20.000 Arten gehören. Die Judías de El Barco de Ávila werden wegen ihrer charakteristischen dünnen Schale, ihrer cremigen Textur und ihres einzigartigen Geschmacks so geschätzt, dass diese sieben Bohnensorten zu den wenigen Bohnensorten in ganz Spanien gehören, die durch eine I.G.P.-Bezeichnung (Indication of Geographical Protection) geschützt sind. Der I.G.P.-Status schützt die inhärenten Eigenschaften dieser Judías und stellt sicher, dass jedes so gekennzeichnete Produkt bestimmte Anforderungen in Bezug auf die angebaute Sorte, das Anbaugebiet und die Verarbeitungsmethoden erfüllt. Wie der Name schon sagt, können diese Judías nur in dem landwirtschaftlichen Weiler El Barco de Ávila-Piedrahita in Ávila und in der Stadt El Tejado in der Provinz Salamanca, die ähnliche Anbaubedingungen aufweist, produziert werden. Sechs der sieben Sorten der Judías de El Barco de Ávila gehören zur Art Phaseolus vulgaris, die auch als Stangenbohne bekannt ist. Drei davon sind weiß: blanca riñón (weiße Niere), blanca redonda (weiß rund) und blanca planchada (weiß abgeflacht), während die anderen beiden violett sind: morada larga (violett lang) und morada redonda (violett rund). Die siebte Sorte gehört zu der Art Phaseolus multiflorus oder Stangenbohnen, die hier als judiones bekannt sind. Zusammen mit der Sorte blanca riñón sind diese großen, glatten, weißen Bohnen die bekanntesten der judías aus dieser Gegend. Sie sind nicht nur die am meisten kommerzialisierten, sondern diese beiden Sorten machen auch 80-90% des gesamten Anbaus aus.